Tests
Handliche Wasserfilter für unterwegs

Woher bekommen wir unterwegs unser Wasser?
Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die Wasserqualität in Deutschland und generell in Westeuropa recht gut ist. Unser Trinkwasser aus dem Wasserhahn kann je nach Region mehr oder weniger kalkhaltig sein, manchmal einen leichten Chlorgeschmack haben, aber es ist trinkbar. Anders kann das bei Wanderungen aussehen: Wasser macht bei Wanderungen aufgrund seiner vergleichsweise hohen Dichte mit das meiste Gewicht aus – umso besser wäre es, wenn wir uns dieses Gewicht größtenteils sparen könnten. Aus einem klaren Gebirgsbach nahe der Quelle einen Schluck trinken? Gar kein Problem, das Wasser schmeckt frisch, kühl und ist in der Regel gesundheitlich unbedenklich.

Infos und Tipps
Gewicht vs. Filterleistung: Beim kauf des Filters abwägen, welche Regionen und Länder besucht werden. Leichte und handliche Filter haben oft eine etwas schwächere Filterleistung, reichen in der Regel aber für Mittel- und Nordeuropa aus.
Trinkwasser nachfüllen, wenn möglich: Der Wasserfilter ist ein praktisches Hilfsmittel, um "aus dem Nichts" Trinkwasser zu bekommen. Falls aber Trinkwasser verfügbar ist, ist dieses immer günstiger und einfacher, als den Filter zu nutzen.
Filterelement regelmäßig warten: Wie bei allen guten Werkzeugen sollte auch das Filterelement regelmäßig gewartet und gespült werden. Ist die Haltbarkeit des Filters überschritten, muss dieser getauscht werden – sonst ist der ganze Filterprozess umsonst.
Wahl der Wasserquelle: Je sauberer das Wasser ist, mit dem wir beginnen, desto besser das Filteregebnis bzw. die Lebensdauer des Filters.
Nun ist ein Wasserfilter praktisch, der uns auf der Wanderung stets sauberes Trinkasser liefert. Für die Kaufentscheidung ist auch das Einsatzgebiet interessant: Wer hauptsächlich in den Bergen in Deutschland, Österreich und Schweiz unterwegs ist, für den reicht ein kleiner Wasserfilter. Dieser filtert Bakterien, Schwebstoffe, Mikroplastik, Protozoen und verbessert den Geschmack des Wassers.
Wer zusätzlich noch Länder mit einer schlechteren Wasserversorgung in Afrika, Südostasien oder Südamerika bereisen will, für den ist ein "Purifier" interessant. Im Gegensatz zum Wasserfilter legt dieser noch eine Schippe drauf und filtert auch Viren aus dem Trinkwasser. Fairerweise muss dazugesagt werden, dass sich Viren an andere Organismen heften und deshalb auch von normalen Wasserfiltern gestoppt werden sollten – allerdings eben ohne Garantie.

Wasserfilter versus Purifier
Da der Wasserfilter oder Purifier zum Wandern geeignet sein soll, haben wir uns hier auf einige kompakte und verlässliche Lösungen konzentriert, die schnell einsatzbereit sind. Zusätzlich sollen die Wasserfilter natürlich nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Begleiter mit sauberem Wasser versorgen. Deshalb sind Lösungen, die direkt an Flaschen angeschraubt werden, nur begrenzt nutzbar, da der Hundenapf so schwieriger zu füllen ist. Hier sind dünnwandige Flaschen oder im Lieferumfang enthaltene Beutel praktisch: Mi diesen kann der nötige Druck aufgebaut werden, um das Wasser durch den Filter zu pressen.
Platypus Quickdraw Microfilter & Reservoir System
Der Platypus Filter kommt mit einer der bewährten Platypus Wasserblasen mit einem Liter Fassungsvermögen. Diese wird mit dem schmutzigen Wasser gefüllt und anschließend der Filter aufgesetzt. Das Wasser wird dann durch Zusammenpressen des Wasserbeutels durch den Filter gedrückt und dabei gereinigt. Alternativ kann der Filter auf eine beliebige andere Flasche mit 28 mm Gewinde aufgeschraubt werden.
- Lebensdauer des Filters: 1000 l
- Filtert Partikel bis zu: 0,2 Mikron
- Filterelement einzeln erhältlich: ja
Katadyn BeFree
Katadyn bietet hier eine sehr schlanke Lösung an, bei der der Filter direkt in das Mundstück integriert ist. Der Beutel fasst 0,6 Liter und verfügt über eine große Öffnung mit 42 mm Durchmesser, die das Befüllen leicht macht.
- Lebensdauer des Filters: 1000 l
- Filtert Partikel bis zu: 0,1 Mikron
- Filterelement einzeln erhältlich: ja, aber kaum Preisersparnis
Sawyer Mini Filter
Der Klassiker unter des Wasserfiltern von der bekannten Marke Sawyer filtert zuverlässig Bakterien, Protozoen und Mikroplastik, allerdings wie alle anderen Filter auch keine Viren oder Chemikalien. Der Filter kommt auch hier mit einem Beutel, der mit dem zu reinigenden Wasser gefüllt wird und aus dem das Wasser dann durch das Filterelement gepresst wird. Die Lebensdauer des Sawyer Mini ist beachtlich, doch sollte man darauf keinen zu großen Wert legen: Bei täglicher Nutzung und zwei Litern Wasser pro Tag hält dieser Filter über 500 Jahre – jeder der beiden anderen Filter aber auch fast eineinhalb Jahre.
- Lebensdauer des Filters: 379.000 l
- Filtert Partikel bis zu: 0,1 Mikron
- Filterelement einzeln erhältlich: ja, aber kaum Preisersparnis
Grayl Ultralight
Ein Purifier, der gleichzeitig als Trinkflasche fungiert und gefüllt kaum mehr Platz einnimmt, als die Flasche selbst. Die Benutzung ist denkbar einfach: Die Flasche wird mit dem unreinen Wasser gefüllt, dann das Filterelement eingesetzt und mit dem Körpergewicht nach unten gedrückt. Das Wasser fließt dabei durch das Filterelement in den Trinkbehälter. Mit einem knappen halben Liter Fassungsvermögen ist der Purifier gut geeignet für eine Trinkpause. Die Große Öffnung ist perfekt, um ohne Schwierigkeiten Wasser in den Napf einzuschenken, mit abgeschraubtem Filterelement lässt sich der innere Teil des Grayl Ultralight auch als Becher für sauberes Wasser nutzen.
- Lebensdauer des Filters: 150 l
- Filtert Partikel bis zu: 0,1 Mikron, filtert zusätzlich Viren, Schwermetalle, Chemikalien und Mikroplastik heraus
- Filterelement einzeln erhältlich: ja
MSR Guardian
Das teuerste Werkzeug in unserem Vergleich punktet mit einem guten Durchfluss von 2,5 Litern pro Minute und einer hohen Lebensdauer des Filterelements. Der über einen Schlauch verbundene Schwimmer kann direkt in die Wasserquelle eingesetzt werden und während des Pump- und Filtervorgangs auch dort verbleiben. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich der Guardian auch eher für den Campingurlaub oder die längere Pause und die Versorgung mehrerer Personen oder Tiere.
- Lebensdauer des Filters: 10.000 l
- Filtert Partikel bis zu: 0,2 Mikron, filtert zusätzlich Viren, Schwermetalle, Chemikalien und Mikroplastik heraus
- Filterelement einzeln erhältlich: ja
Welches Modell eigent sich für uns?
Zusätzlich zu den mechanischen Wasserfiltern, die auf einem Filterelement und Druck zum Durchpressen des Wassers basieren, gibt es noch die chemische Wasseraufbereitung mithilfe von Tabletten. Allerdings gut möglich, dass unsere tierische Begleitung den durch die chemische Reinigung entstandenen Chlorgeschmack nicht leiden kann. Auch die älteste aller Methoden, das Abkochen des Wassers ist aufgrund des Zeit- und Materialaufwands für eine Tagestour eher ungeeignet. Besonders gut gefällt uns der Wasserfilter von Grayl, auch wegen seiner großen Öffnung und der Möglichkeit, unkompliziert in den Hundenapf einzuschenken.
Auch für Sie interessant

Verpflegung für unterwegs
Regelmäßige Pausen auf unseren Touren sind sind Pflicht für unseren Hund. Und was ist dafür besser geeignet, als kleine und einfach zu verstauende Reise-Näpfe?

Mit dem Hund auf dem Wasser

Reiseapotheke für den Hund
Die gut ausgestattete Reiseapotheke für unseren Hund kann den Gang zum Tierarzt ersparen und sollte imme griffbereit sein.

