​Training

Jagdtrieb kontrollieren: ​​Kuhweiden und Tierherden sicher durchqueren

Gefährlich ist der Jagdtrieb nicht nur für das Beutetier, das bis zur völligen Erschöpfung rennen wird, sondern auch für unseren Hund. Sobald der Jagdtrieb einsetzt, setzt der Tunnelblick ein und alles andere wird ausgeblendet: unsere Rufe, aber auch Straßen, Bahngleise oder ähnliche Gefahren.

Angeborener Jagdtrieb

Ehrlicherweise muss gleich zu Beginn gesagt werden, dass der Jagdtrieb unserem Hund nicht völlig abgewöhnt werden kann. Schließlich hat ihm sein Urahne, der Wolf, diesen jagdtrieb vererbt. Wenn wir aber möglichst früh beginnen, unseren Hund einem Anti-Jagd-Training zu unterziehen, haben wir gute Chancen, dem Tier den Jagdtrieb abzugewöhnen oder ihn zu kontrollieren.

Denn selbst Hunderassen, die nicht über Jahrhunderte für die Jagd gezüchtet wurden, finden Gefallen daran, Hasen, Rehe und andere Tiere zu jagen. Bei der Jagd werden Adrenalin und Endorphine freigesetzt, die dem Tier ein (belohnendes) Glücksgefühl geben.

Infos und Tipps

Früh übt sich: Je früher wir mit dem Training starten, desto besser. Im Idealfall im Welpenalter und bevor unser Hund seine ersten Jagderfahrungen gemacht hat.

Bindung aufbauen: Wenn unser Hund lernt, dass er nur mit unserer Zustimmung "jagen" darf, können wir seinen Jagdtrieb kontrollieren.

Weiden und Herden auf Wanderungen: Leider lässt sich das Durchqueren von Weiden und Tierherden auf Wanderungen nicht immer vermeiden –  im Frühjahr und Sommer genießen schließlich alle Tiere die Natur. Herden sollten wir weiträumig umgehen oder besser noch eine alternative Route suchen, wenn möglich. 

Bindung zum Hund schaffen

Vor allem bei Hunderassen, die für ihren ausgeprägten Jagdtrieb bekannt sind, ist es empfehlenswert, so früh wie möglich mit dem Training zu beginnen. Je früher wir also den Jagdtrieb unter Kontrolle bekommen, desto besser – idealerweise im Welpenalter und bevor der Jagdtrieb zum ersten Mal einsetzt, da die ausgeschütteten Hormone ansonsten das Jagdverhalten belohnen.

Grundlegende Kommandos wie "Hier" und "Platz" bilden die Basis für ein erfolgreiches Training. Sie sollten auch nicht nur im Welpenalter trainiert werden, sondern ein ganzes Hundeleben lang – jeder Spaziergang kann zu einer kleinen Trainingseinheit werden. Belohnen wir unseren Hund für positives Verhalten, verbessert das außerdem die Bindung. Im Idealfall möchte unser Hund nach dem Training gar nicht mehr ohne uns auf die Jagd gehen. Und mit uns zusammen werden natürlich nur Bälle und Stöckchen gejagt.

Ausgiebige Spaziergänge mit viel Auslauf und Spieleinheiten sollten täglich auf dem Programm stehen, damit unser Hund nicht aus Langeweile das Jagen beginnt oder ungehorsam wird, weil er nicht ausgelastet ist und sich selbst eine Beschäftigung sucht, um überschüssige Energie abzubauen. Insbesondere Spiele, die die Bindung in den Vordergrund stellen, sind gut für das Training geeignet. Wichtiger als das Stöckchen oder den Ball zu finden bzw. zu fangen ist also der Teil der Übung, bei dem Ball oder Stöckchen zurückgebracht werden. Sportarten,  bei denen spielerisch die Bindung und der Gehorsam trainiert werden, lasten den Hund körperlich aus und trainieren zugleich den Bezug zu Herrchen oder Frauchen.

Jagdimpuls kontrollieren

Gert unser Hund in eine Jagdsituation, muss er in der Lage sein, den Impuls kontrollieren zu können und ihm zu widerstehen. Dafür bieten sich Spiele mit einem Ball an, den der Hund erst auf Kommando holen darf. Macht sich unser Hund ohne Kommando auf den Weg, gibt es keine Belohnung. Sieht sich unser Hund hingegen bei Spaziergängen nach uns um, sucht den Blickkontakt oder folgt uns, wen wir uns umdrehen, belohnen wir das Verhalten. Solange uns unser Hund als Rudelführer ansieht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er nicht ohne unsere Erlaubnis auf Jagd geht.

Was tun bei Kuhweiden oder Tierherden?

Unabhängig vom Trainingsstand gebieten es die Vorsicht und auch gesetzliche Vorgaben, unseren Hund in bestimmten Bereichen und zu bestimmten Jahreszeiten an der (kurzen) Leine zu führen. Damit schützen wir unseren Hund ebenso wie andere Tiere. Beim Durchqueren von Tierherden oder Kuhweiden auf unseren Wanderungen sollten wir uns von den Tieren fernhalten und sie in weitem Bogen umgehen. Die Weide gilt es mit angeleintem Hund zügig zu durchqueren.

Falls uns die Situation schon von weitem nicht ganz geheuer vorkommt, die Tiere ungünstig nah am Wanderweg stehen oder Jungtiere oder gar Bullen in der Herde sind, ist es auch keine Schande, das Risiko nicht einzugehen und einen anderen (ausgeschilderten!) Weg zu wählen oder unsere Wanderung abzubrechen.

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