​Training

Draußen übernachten mit Hund

​Zum Urlaub mit Hund gehört auch die Übernachtung im Freien – doch was brauchen wir dafür und wie können wir unsere tierische Begleitung an den Aufenthalt unter freiem Himmel gewöhnen?

Es gibt viele Gründe für eine Übernachtung draußen: Eine längere Wanderung ohne Hotel oder Herberge auf dem Weg, eine Nacht im Zelt auf dem Campingplatz oder auch eine laue Sommernacht im eigenen Garten. Dass unser Hund dabei sein will und soll, ist natürlich klar! Doch was gilt es zu beachten, wie sieht unsere Packliste aus und wie können wir Mensch und Tier an die Übernachtung im Freien gewöhnen?

Zunächst allerdings ein Dämpfer für alle Naturfreunde: Draußen übernachten ist in Deutschland nur auf ausgewiesenen Campingplätzen gestattet. In einigen europäischen Ländern, beispielsweise in Skandinavien oder auch Schottland ist das Übernachten dank Jedermannsrecht aber auch im Freien möglich. Aber auch in Ländern, in denen das Jedermannsrecht nicht gilt, ist das zelten für eine Nacht unter bestimmten Auflagen erlaubt. Für genaue Informationen bietet sich ein Blick in die Naturschutzordnungen der jeweiligen (Bundes-)Länder an.

Das Training beginnt beim Menschen

Hilfreich ist es, wenn wir selbst schon einige Nächte im Zelt verbracht haben. So geht der Aufbau schnell vonstatten, wir wissen, was an welchen Platz gehört und strahlen bei fremden Geräuschen oder neuen Eindrücken nachts keine Unsicherheit aus, die auf unseren Hund überspringt. Für unsere erste gemeinsame Übernachtung wählen wir dann den heimischen Garten.

Das hat mehrere Vorteile: Sollten wir etwas vergessen haben, ist das Haus nur wenige Meter entfernt und falls schlechtes Wetter aufkommt oder wir merken, dass eine ganze Nacht im Freien noch ein zu großer erster Schritt für den Hund ist, können wir einfach nach drinnen wechseln.

Ein paar Gegenstände gehören aber auch jetzt schon auf unsere "Packliste": Zuallererst benötigen wir natürlich eine Übernachtungsmöglichkeit und einen Wetterschutz, meist ein Zelt oder eine Hängematte mit Tarp darüber. Für das Campen mit Hund hat das Zelt gewisse Vorteile wie den besseren Wetterschutz und die Möglichkeit, dass der Hund auch neben uns liegen kann – dabei sollten wir für den Hund den Platz einer Person einplanen. In das Zelt kommen dann natürlich eine Isomatte und ein Schlafsack – für uns und für unseren Hund. Solange wir im heimischen Garten übernachten, kann auch die Kuscheldecke unseres Hundes mit auf seine Isomatte, so fällt die Eingewöhnung an die neue Umgebung leichter.

Je nach Hunderasse und Kälteempfindlichkeit sollten wir unserem Hund auch eine Decke oder besser noch einen Hundeschlafsack anbieten, hier gibt es zahlreiche Modelle in den verschiedensten Größen. In einer lauen Sommernacht werden wir den Hundeschlafsack voraussichtlich nicht benötigen, im Frühjahr oder Herbst hingegen schon.

Infos und Tipps

Entfernung steigern: Zunächst übernachten wir im eigenen Garten und in relativ bekannter Umgebung. Je mehr sich unser Hund an die Übernachtung im Freien gewöhnt, desto weiter können wir uns von zu Hause entfernen: vom Garten über den Campingplatz in der näheren Umgebung bis hin zu fremden Ländern.
Über Naturschutz informieren: In Deutschland ist die Übernachtung im Freien außerhalb von Campingplätzen leider nur in wenigen Gebieten erlaubt. Einige europäische Länder lassen uns hier aber mehr Spielraum. Bei der Planung unserer Reise sollten wir uns frühzeitig über unsere Möglichkeiten informieren.

Ist unser Schlafplatz hergerichtet, müssen wir als nächstes für die Nacht vorsorgen und überlegen, was unser Hund nachts tun soll – und was nicht. Falls Katzen, Mäuse, Marder oder im Wald auch Hasen, Rehe oder andere Wildtiere den Jagdtrieb des Hundes wecken, wird ein Zelttür oder Zeltwand kaum ein Hindernis darstellen. Im Garten können wir gemeinsam trainieren, dass der Hund nachts an seinem Platz bleibt und das auch später im Wald oder auf einem Campingplatz tun wird. Hat der Hund nachts einen Bewegungsdrang, lassen wir den Zelteingang halb offen und leinen unseren Vierbeiner mit genügend Freilaufmöglichkeit an. Entweder an einem Pflock oder Baum und mit einem Bewegungsradius von gut fünf Metern oder mit einer Spannleine mit Auslaufleine, die zwischen zwei Bäumen gespannt wird. Mit beiden Methoden kann sich der Hund im Zelt und im Umkreis des Zeltes aufhalten, aber kein Wild jagen oder nachts auf Wanderschaft gehen. Zur Sicherheit aller Beteiligten sollten wir bei einer Übernachtung im Wald zudem die Brutzeiten von Rehen, Wildschweinen und Co beachten.

Draußen übernachten als Erlebnis für das ganze "Rudel"

Haben wir uns gemeinsam im Garten an eine Nacht unter freiem Himmel gewöhnt, können wir die Entfernung von zu Hause und die Übernachtungsdauer Schritt für Schritt steigern. Zunächst geht es auf einen Campingplatz in der Nähe, dann etwas weiter weg und schließlich können wir die Übernachtung im Wald wagen. So gewöhnen wir uns und unseren Hund an neue Eindrücke und machen die Übernachtung im Freien für Hund und Mensch zum lohnenden Erlebnis.

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