​Hundegesundheit

​Falsches Futter? Gegenmittel und Vorbeugung

​Schnell kann es bei neuem, ungewohntem Futter, Stress oder falscher Nahrung beim Hund zu Magenverstimmungen kommen. Mit ein paar Tricks und Kniffen kommt unsere tierische Begleitung schnell wieder auf die Beine.

Im Urlaub lauern einige Gefahren für den Verdauungstrakt unseres Hundes: Ein stressiger letzter Tag vor der Abfahrt, neue Situationen, auf die er sich einstellen muss, vielleicht auch eine manchmal unregelmäßige Fütterung oder gar Überfütterung. Wenn dann noch die Futtersorte umgestellt werden muss, kann der Hundemagen schnell rebellieren.

​Ein Unwohlsein äußert sich beim Hund ebenso wie beim Menschen: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen (und die daraus resultierende Gebetsstellung) und Durchfall sind gute Anzeichen dafür, dass unser Hund etwas falsches gefressen hat.

Im Zweifelsfall lieber zum Tierarzt

Ist der Hund ausgewachsen und ansonsten guten Mutes, ist das zunächst nicht weiter bedenklich. Wir sollten im Kopf durchgehen, wo unser Hund die letzten ein bis zwei Tage war und herausfinden, was die Ursache für das Unwohlsein sein könnte. Deutet alles auf falsches Futter, Milchprodukte, Überfütterung, Wasser aus einer Regenpfütze oder ähnliche, eher harmlose, Gründe hin, müssen wir nicht gleich zum Tierarzt. Ist unser Hund hingegen noch ein Welpe, hält der Durchfall länger als zwei Tage an oder können wir Giftköder und anderen Hundekot als Ursache für das Unwohlsein nicht ausschließen, ist der unverzügliche Besuch beim Tierarzt angesagt. Auch wenn es auf das Wochenende zugeht und unserem Hund trotz Gegenmaßnahmen noch immer unwohl ist, empfehlen wir, den Tierarzt aufzusuchen.

​Diäten helfen die Verdauung wieder zu regeln

Bei ausgewachsenen Hunden und akutem Durchfall aufgrund von harmlosen Ursachen steht eine Schon- oder Nulldiät an, bei der wir dem Hund das Futter für zwei Tage (fast) komplett entziehen und darauf achten, dass er genügend (abgekochtes) Wasser zu sich nimmt. So kann sich der Magen beruhigen und anschließend können wir die Futtermenge wieder langsam hochfahren. Aktivkohle unterstützt den Darm bei der Reinigung und hilft dabei, wieder eine geregelte Verdauung aufzubauen.

​Falls wir unserem Hund während des Durchfalls dennoch etwas zu Fressen geben möchten, kann eine Morosche Karottensuppe verabreichen oder eine sogenannte Opferproteinquelle. Das erscheint zunächst unlogisch, da das Unwohlsein unter Umständen ja gerade wegen eines unbekannten Futters aufgetreten ist. Allerdings ist während der Nulldiät die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Hund eine Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit gegen die verfütterte Proteinquelle entwickelt. Geben wir nun das bekannte Futter, können wir es in Zukunft eventuell nicht mehr verfüttern. Daher bietet es sich an, als Schondiät eine alternative, exotische Proteinquelle zu wählen, die in normalen Futtermischungen nicht vorkommt: Strauß, Känguru, Ziege, Pferd oder Hirsch sind hierfür einige Beispiele.

Infos und Tipps

Ruhe bewahren: Die meisten Magenverstimmungen lösen sich von selbst  in Kürze wieder auf. Im Kopf sollten wir durchgehen, wo unser Hund war und was er gefressen haben könnte. Fällt uns dabei nichts gravierendes auf, heißt es erst einmal abwarten.

Bei Welpen gilt Vorsicht: Bei jungen oder besonders schwachen Hunden suchen wir den Tierarzt lieber ein mal zu viel als zu wenig auf.

Null-Diät und Schonkost: Um den Verdauungstrakt unseres Hundes zu beruhigen, setzen wir das Tier auf Null-Diät und füttern es ein bis zwei Tage nicht. Eine leicht bekömmliche Gemüsebrühe kann ebenfalls helfen, den Körper wieder in den Griff zu bekommen.

Futter beibehalten: Insbesondere bei empfindlichen Hunden sollten wir die gewohnte Futtersorte auch im Urlaub beibehalten.

Futter nicht zu häufig wechseln

Falls das Unwohlsein bei ungewohntem Futter auftritt und wir das in der Vergangenheit schon beobachten konnten, ist das einfachste Gegenmittel natürlich, genügend vom gewohnten Futter dabei zu haben. Das sagt sich aber einfacher, als es ist, insbesondere dann, wenn wir in fremden Ländern unterwegs sind. Die meisten höherwertigen Qualitätsfuttermarken sind aber auch im Ausland zu finden, alternativ können wir im Voraus bei unserem Händler oder dem Hersteller selbst nachfragen, wo das Futter im Ausland erhältlich ist. Beim Urlaub mit dem Wohnmobil bietet es sich an, mit einem Futtervorrat loszufahren und auch unterwegs den Futtervorrat immer wieder aufzufüllen, auch wenn auf ein neues Futter umgestellt werden muss.

Wenn man im Urlaub auf ein anderes Futter umsteigen muss, dann am besten bereits einige Tage bevor das gewohnte Futter leer ist. Das restliche Futter und das neue Futter mischen wir, um unserem Hund die Eingewöhnungsphase einfacher zu gestalten. Dabei empfehlen wir, dann auch das neue Futter einige Zeit beizubehalten. Nur eine kleine Menge des Futters zu kaufen, in der Hoffnung, demnächst wieder das gewohnte Futter zu bekommen, kann in einer zweiten, unbekannten Futtermischung innerhalb kürzester Zeit enden.

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