Zuallererst muss klar sein, dass wir mit unserem Hund keine wilden Fahrten mit extremen Schräglagen fahren sollten - Tourenfahrten sind aber möglich, auch Serpentinen und Gebirgsstraßen sind in der Regel kein Problem. Warum also sollten wir unseren Hund nicht an unseren Ausflügen hinaus in die weite Welt teilhaben lassen und ihm die frische Luft um die Ohren verwehren?
Transport
Mit dem Hund auf dem Motorrad

Wie beim Menschen auch, ist aber nicht unbedingt jeder Hund der richtige für die Fortbewegung auf zwei Rädern: ängstlich, zurückhaltend und lärmscheu sollte das Tier nicht sein. Zwar lässt sich mit gutem Training die Abneigung gegenüber dem Motorradfahren mindern, aber Feuer und Flamme wird er nie dafür sein. Eine Zu- oder Abneigung lässt sich auf keine bestimmte Hunderasse festlegen, sondern kommt immer auf den Hund und seine individuelle Persönlichkeit an. Tendenziell eher ungeeignet sind aber große Hunderassen, denn für die Fahrt auf dem Motorrad sind kleine Hunde geeigneter – sie passen einfach besser in Taschen und Koffer und können besser gesichert werden.
Langsames Training festigt das Vertrauen
Egal wie der Hund eingestellt ist, wird aber Training nötig sein: Als ersten Schritt gewöhnen wir unseren Hund wie bei jeder Transportbox auch an den Tankrucksack, das Hardcase oder einen anderen Transportbehälter. Das passiert zunächst einmal auf dem Boden, anschließend können wir das Behältnis auf dem Motorrad montieren und den Hund mit Leckerlis an die Höhe trainieren. Im nächsten Schritt lassen wir den Motor und geben einmal vorsichtig Gas, auch wenige Meter fahren oder schieben sind ein gutes Training für das "Fahrgefühl".
Sobald wir unseren Hund an das Gefährt gewöhnt haben, können wir kurze Fahren von maximal fünf Minuten Dauer machen und anschließend mit dem Hund spielen. So schaffen wir eine positive Bindung zum Motorradfahren und belohnen unsere Begleitung. Die Fahrdauer kann dann schrittweise langsam erhöht werden auf eine Stunde oder auch noch etwas längere Fahrten, allzu lange sollten wir aber nicht am Stück fahren.

Speziell für Hunde bzw. Haustiere gefertigte Tankrucksäcke bieten eine einfache und recht unkomplizierte Möglichkeit, den Hund auf das Motorrad zu bekommen. Falls der Tank schon belegt ist, kann auch ein (selbst) modifiziertes und speziell gepolstertes Hardcase auf dem Gepäckträger befestigt werden. Egal, welche Position wir für unseren Hund wählen: wichtig ist, dass wir unseren gesunden Menschenverstand einsetzen und immer noch einen Schritt weiter denken, um unser Transportbehältnis so "hundesicher" wie möglich zu machen. Es darf keine Möglichkeit für den Hund geben, aus dem Rucksack oder Hardcase zu fallen oder zu springen und auch eine großzügige Polsterung schadet nicht. Außerdem sollten wir darauf achten, was bei einem Umfaller oder Unfall passiert. Auf gar keinen Fall sollte unsere tierische Begleitung dann auf einmal unter das Motorrad kommen.
An dieser Stelle müssen wir übrigens ganz klar zwischen einem Fahrrad und einem motorisierten Zweirad unterscheiden: Egal ob es ein Motorrad oder auch nur ein Motorroller ist, gilt ein Tier hier laut Straßenverkehrsordnung als "Ladung" und muss entsprechend gesichert sein. Das Tier neben der (langsamen) Fahrt her an der Leine zu führen ist nicht gestattet und könnte im schlimmsten Fall sogar als Tierquälerei gewertet werden. Auch für die kurze Fahrt mit dem Motorroller in der Stadt, zum Hundespielplatz oder zum Gassi gehen sollte unser Hund gut gesichert sein und nicht nur auf dem Boden des Rollers stehen. Für Roller gibt es ebenfalls vorgefertigte Hundeboxen in vielen Größen.

Infos und Tipps
Bereit für die Ausfahrt
Mit einigen Vorkehrungen zur Sicherheit von Mensch und Tier und einem erfolgreichen Training können wir unseren Hund auch auf zwei Rädern mit in den Urlaub oder auf Ausfahren nehmen. Mit eingeplanten Zwischenstopps für Auslauf und zum Spielen machen wir den Ausflug für alle Beteiligten zum schönen Erlebnis.
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