Länder und Sitten
Urlaub in Südamerika mit dem Hund

Copacabana, Machu Picchu, Buenos Aires, allein der Gedanke an Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Bolivien und andere südamerikanische Länder weckt Neugierde und Abenteuerlust. Und natürlich soll unser Hund mit! Doch bei der Reiseplanung sollten wir uns gleich zu Beginn einige Fragen stellen: Wir lange sind wir unterwegs? Wie kommen wir nach Südamerika? Reisen wir mit einem Mietwagen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder vielleicht mit einem Wohnmobil? Wie alt ist unser Hund?

Infos und Tipps
Ist die Reise notwendig?: Der lange Flug nach Südamerika ist kein Vergnügen für unseren Hund – Alternativen gibt es leider kaum. Eine Möglichkeite ist der kürzere Flüge nach Nordamerika und ein anschließender Roadtrip nach Süden.
Ein- und Ausreise: Eine Rundreise in Südamerika geht über viele Ländergrenzen. Mit den Einreisebestimmungen, benötigten Imfungen und Dokumenten sollten wir uns frühzeitig vertraut machen.
Kultur: Wir müssen uns auf eine deutlich andere Kultur gefasst machen, die Hunde bei weitem nicht so sehr schätzt, wie es in Mitteleuropa der Fall ist. Hunde müssen oft draußen bleiben, können Restaurants, Museen und auch öffentliche Verkehrsmittel nicht betreten.
Futter: Durch den geringeren Stellenwert werden Hunde oft mit Abfällen gefüttert. Qualitativ hochwertiges Futter ist nicht immer verfügbar und sollte – wenn gerade verfügbar – auf Vorrat gekauft werden.
Ist die Reise notwendig?
Falls der Urlaub nur eine kurze Stippvisite in Südamerika zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden soll, bleibt unser tierischer Begleiter besser zu Hause. Der Stress des über zwölfstündigen Fluges, die benötigte Eingewöhnungszeit, der schwierige Transport und die oft nicht mögliche Unterbringung machen die Reise für den Hund eher zur Belastung als zum freudigen Erlebnis.
Hunde haben in Südamerika bei weitem nicht den gleichen Stellenwert wie in Europa bzw. im deutschsprachigen Raum. Während wir unseren Hund hierzulande als treuen Begleiter, teilweise als Kinderersatz und generell als den besten Freund des Menschen ansehen, leben die meisten Hunde in Südamerika auf den Straßen – unangeleint natürlich. Ein weiterer Punkt, zu dem wir uns Gedanken machen müssen ist daher der nahezu unausweichliche Kontakt zwischen unserem Hund und den heimischen Straßenhunden. Ein sozialer und eher zurückhaltender Hund wird mit den meisten Hunden, die uns begegnen, keine Probleme haben. Sollte unser Hund allerdings einen Jagdtrieb und einen ausgeprägten Sinn für Revier und Besitz haben, ist Leinenpflicht angesagt.
Selbst "Haushunde" mit Besitzern verbringen die meiste Zeit unangeleint im Freien und kehren nur unregelmäßig zu Herrchen und Frauchen zurück. Auf den Straßen ernähren sie sich teilweise von Abfällen und gelten daher eher als unrein; nur ganz wenige Hunde werden in Südamerika tatsächlich als Haushunde oder auch als Wachhunde gehalten.
Entsprechend schwierig gestaltet sich das Mitbringen von Hunden in Museen, Restaurants, Hotels oder sogar im öffentlichen Nahverkehr – all das ist mit Hunden fast nicht möglich. In günstigen Restaurants oder zur Straße hin offenen Lokalen mit Außenbereich werden Hunde teils geduldet, in einem hochpreisigen Restaurant oder Hotels wird unser Hund aber keine Chance auf Einlass haben. Hier prallen zwei Welten aufeinander, in denen deutlich wird, dass der Hund in Südamerika eindeutig nicht als ständiger Begleiter gesehen wird.

Ist aber eine längere Reise geplant, bei der im Idealfall ein Wohnwagen oder Wohnmobil als Transportmittel auf dem Kontinent dient, sieht die Ausgangslage schon deutlich besser aus. Öffentliche Verkehrsmittel können gemieden werden, auf Hotels und Hostels sind wir nicht angewiesen. Und falls wir doch einmal in ein Museum oder eine andere Einrichtung möchten, in der Hunde nicht gern gesehen sind, können wir ihn für ein paar Stunden im kühl geparkten Wohnmobil lassen. Der eigene Stauraum im Wohnwagen oder Wohnmobil erleichtert uns auch den Einkauf und die Vorratshaltung: Durch die völlig andere Lebensweise der (Straßen-)Hunde ist Hundefutter kein Standardprodukt, sondern sollte auf Vorrat in Zoohandlungen oder Handlungen für Tierbedarf, sogenannten "Veterinarias" gekauft werden. Hier erhalten wir auch Zeckenmittel und Schutz gegen anderes Ungeziefer, in Südamerika eine lohnenswerte Investition.
Sind bei unserer Reise Grenzübertritte in andere Länder geplant, sollten wir uns rechtzeitig darauf vorbereiten und die notwendigen Dokumente und Impfungen sammeln. Ähnlich wie in vielen Ländern außerhalb Europas benötigen wir für die Einreise in ein anderes Land meist ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, das dann oftmals wiederum von einer Gesundheitsbehörde bestätigt werden muss. Für die Einreise benötigte Impfungen, Entwurmungen oder Behandlungen müssen im Heimtierpass mit Datum und Uhrzeit vom Tierarzt vermerkt werden.
Südamerika kann ein Erlebnis sein
Eine Reise nach Südamerika mit Hund zu planen ist eine Herausforderung und nicht mit einem Urlaub in Europa oder in Nordamerika vergleichbar – dazu tragen auch die gravierenden kulturellen Unterschiede im Stellenwert des Hundes bei. Wenn aber die Rahmenbedingungen stimmen, kann ein ausgedehnter Urlaub mit Hund in Südamerika ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten sein.
Auch für Sie interessant

Verpflegung für unterwegs
Regelmäßige Pausen auf unseren Touren sind sind Pflicht für unseren Hund. Und was ist dafür besser geeignet, als kleine und einfach zu verstauende Reise-Näpfe?

Impfungen und Reisepapiere


