Hundegesundheit
Zecken, Läuse und Co. – Parasiten beim Hund

Alles nur harmlose Krabbeltiere?
Ein Jucken und Kratzen nach dem Spaziergang durch's hohe Gras, nachdem unser Hund durch Wälder und Wiesen gesprungen ist – das werden doch nicht gleich Zecken sein? Zunächst einmal Ruhe bewahren: gut möglich, dass sich hier lediglich Dreck im Fell verfangen hat und der getrockneter Matsch, Erde und sonstige Schmutzpartikel jucken. Aber auch nicht zu viel Ruhe bewahren und auf Anzeichen des Hundes achten, denn mit Vorsicht und regelmäßiger Fellpflege können wir Ungezieferbefall und damit schweren Erkrankungen unseres Tiers vorbeugen.
Insbesondere im Frühling erwacht die Tierwelt aus dem Winterschlaf und das große Krabbeln beginnt. Käfer, Bienen, Raupen, liebliche Insekten, soweit das Auge reicht. Leider aber auch Ektoparasiten, die wir aufgrund ihrer Größe nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Genau diese Tierchen haben aber unseren Hund im Visier als Wirtstier oder Nahrungsquelle.

Infos und Tipps
Regelmäßige Fellpflege: Je früher wir Parasiten, Ungeziefer und andere Schädlinge auf unserem Hund entdecken, desto besser. Eine regelmäßige Fellpflege, insbesondere nach Spaziergängen und Wanderungen durch hohes Gras ist Pflicht.
Auf Anzeichen achten: Jucken, Kratzen, gerötete Hautstellen, all das kann auf einen Parasitenbefall hinweisen. Je schneller wir bei den ersten Anzeichen den Parasiten finden und entfernen, desto früher können wir eventuell nötige medizinische Gegenmaßnahmen einleiten.
Filterelement regelmäßig warten: Wie bei allen guten Werkzeugen sollte auch das Filterelement regelmäßig gewartet und gespült werden. Ist die Haltbarkeit des Filters überschritten, muss dieser getauscht werden – sonst ist der ganze Filterprozess umsonst.
Wahl der Wasserquelle: Je sauberer das Wasser ist, mit dem wir beginnen, desto besser das Filteregebnis bzw. die Lebensdauer des Filters.
Ektoparasiten in der Übersicht
Wir zeigen, welche Parasiten sich besonders oft über unseren Hund hermachen, woran wir sie erkennen und wie wir sie wieder loswerden – oder im besten Fall gar nicht erst einfangen.
Läuse
Läuse sind blutsaugende Insekten, die sich vom Blut unseres Hundes ernähren. Läuse sorgen in der Regel nicht für schwere Erkrankungen, beeinträchtigen das Tierwohl aber maßgeblich. Die größte gesundheitliche Gefahr stellen mögliche Infektionen von aufgekratzten Schürfwunden dar.
Vorbeugung
Die beste vorbeugende Maßnahme ist die regelmäßige Fellpflege und das Bürsten mit einem Flohkamm. Auf gut gepflegten und immunstarken Hunden nisten sich Läuse in der Regel gar nicht erst ein. Auch können wie bei vielen anderen Insekten ätherische Öle und Repellents als Abschreckung gegen Läuse verwendet werden.
Symptome und Identifizierung
Im Gegensatz zu den schnellen Flöhen sind Läuse einfacher zu erkennen: Sie bewegen sich langsamer und legen ihre Eier an den Haarschäften ab. Bleiben bei der Fellpflege mit dem Flohkamm die Eier am Kamm hängen, ist das ein deutlicher Hinweis auf Läuse. Zudem sollten wir auf folgende Symptome achten:
- Jucken
- Kratzen
- kahle Fellstellen
- Rötungen
- Schwellungen
- Bakterieninfektion an (aufgekratzten) Schürfwunden
- Unruhe
- Gereiztheit
Die Bekämpfung von Läusen besteht hauptsächlich aus deren Entfernung aus dem Fell. Da Läuse keine (primären) Bakterieninfektionen mit sich bringen, ist mit einer regelmäßigen Kontrolle und dem Entfernen übriger Läuse und Eiablagen die Bekämpfung relativ einfach, dazu kann der Hund auch regelmäßig geduscht werden. Gegen den Juckreiz helfen kühlende Gels.
Flöhe
Im Gegensatz zu Läusen können Flöhe durchaus Krankheiten übertragen oder der Auslöser gesundheitliche Folgen jenseits von Juckreiz und Hautrötungen sein. So kann die Floh-Allergie-Dermitis zu verstärkten Hautreizungen und Kratzen führen, was wiederum zu erhöhter Gefahr einer sekundären Bakterieninfektion führt. Junge oder geschwächte Hunde können zudem bei starkem Flohbefall durch den plötzlichen Blutverlust durch die blutsaugenden Parasiten eine Blutarmut erleiden, Schwäche und Lethargie sowie blasse Schleimhäute sind die Folge. Bei Flöhen gilt also erhöhte Vorsicht, zumal sie zudem auch Überträger von Bandwürmern sein können.
Vorbeugung
Zwar hilft die regelmäßige Fellpflege gegen Flöhe nicht vorbeugend, allerdings kann der Flohbefall dadurch frühzeitig entdeckt werden. Zudem können natürliche Mittel wie Schwarzkümmelöl, Eukalyptusöl oder Bierhefe genutzt werden, die vorbeugend wirken können.
Symptome und Identifizierung
Treten Jucken und Kratzen auf, greifen wir wie fast immer zum Flohkamm. Diesmal suchen wir nach Flohkot, bräunlichen kleinen Partikeln, die sich nach dem Ausklopfen des Kamms auf einem feuchten Tuch zerdrücken lassen. Das von den Flöhen verdaute Blut nimmt dabei eine rötliche Farbe an, wie man sie von trockenem Blut kennt. Folgende Symptome können ein Hinweis auf Flohbefall sein:
- Vermehrtes Kratzen und Beißen der Haut
- gerötete Stellen
- Haarausfall
- Bläschen auf der Haut
- Dermatitis
Bekämpfung
Leider hilft bei Flöhen nicht mehr die reine Beseitigung der Tiere und ihrer Eier, hier müssen wir schwerere Geschütze auffahren: Es gibt eine breite Auswahl an Flohmitteln von Spot-Ons, die direkt auf die Parasiten und die Haut aufgetragen werden über Puder, Sprays bis hin zu Tabletten. Es empfiehlt sich, das ideale Mittel frühzeitig (am besten vor einem eventuellen Flohbefall) mit dem Tierarzt zu besprechen. Parallel zur Behandlung des Hundes muss alles gereinigt werden, womit unser Tier in Berührung kam, denn Flöhe nisten sich großflächig ein. Jede Decke, das Hundebett, Teppiche, Bettbezüge und sonstige Textilien müssen bei mindestens 60 °C gewaschen werden, Oberflächen sollten ebenfalls desinfiziert werden.
Zecken
Zecken sind zu Recht der Erzfeind eines jeden Hundebesitzers, sind sie doch äußerst widerstandsfähig, weit verbreitet und schwer zu finden, solange sie sich noch nicht vollgesogen haben. Zudem sind Zecken im Gegensatz zu Läusen und Flöhen nicht auf Hunde spezialisiert, können also auch Menschen befallen und Bakterien und Viren beim Blutsaugen auf den Wirt übertragen. Die typischen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sind:
- Borreliose, welche sich beim Hund oft erst Wochen später mit Symptomen wie Gliederschmerzen, Fieber, geschwollenen Lyphknoten und Gelenken, Nierentzündung und Abgeschlagenheit bemerkbar macht.
- Anaplasmose, welche bei zu später Diagnose und Behandlung bis zum Tod des Tieres führen kann. Auch Die Anaplasmose macht sich mit eher unspezifischen, aber starken, Symptomen bemerkbar: Anhaltendes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Gelenke, Gelenkschmerzen, Erbrechen und Durchfall, Gewichtsverlust und eine vergrößterte Leber und Milz können Anzeichen sein.
- Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kennt man vom Menschen, allerdings gibt es für den Hund keine Imfpung gegen das Virus. Zeigt der Hund Symptome wie hohes Fieber, Krämpfe, Lähmungen oder auffälliges Verhalten, sollten wir direkt beim Tierarzt vorstellig werden. Wird eine FSME-Infektion frühzeitig erkannt, bestehen Heilungschancen.
Vorbeugung
Im Gegensatz zu anderen Parasiten können Zecken ihre Viren und Bakterien schon kurz nach dem Biss über ihren Speichel in das Tier absondern, die Symptome treten aber erst viel später auf. Das macht eine gute Vorbeugung umso wichtiger. Gegen Borreliose können wir unseren Hund impfen lassen, gegen andere mögliche Erkrankungen hilft eine umfassende Prophylaxe. Ein starkes Immunsystem kann mit Bierhefe aufgebaut werden und macht das Tier weniger anfällig für FSME, Repellenten und Abwehrmittel können Zecken zudem bereits vor dem Biss abtöten. Zusätzlich gibt es zahlreiche natürliche ätherische Öle, die Zecken vergraulen, wie beispielsweise Schwarzkümmelöl, Zitronenöl, Lavendelöl, Eukalyptusöl und Neembaumöl.
Symptome und Identifizierung
Zunächst einmal sorgen Zecken für keinerlei Symptopme, solange sie sich noch nicht festgebissen haben. Sobald sie aber das Blut des Hundes saugen, können sie Krankheiten übertragen. Nach jedem Spaziergang sollte das Tier also gründlich untersucht werden, um die Plagegeister aufzuspüren; Insbesondere kleine Zecken können schwierig zu finden sein. Zecken bevorzugen weniger behaarte Stellen, auf die wir unsere Suche konzentrieren können.
Finden wir eine Zecke, sollten wir diese behutsam entfernen, ohne den Kopf abzureißen oder Öl anzuwenden – letzteres kann dazu führen, dass die Zecke ihren gesamten Mageninhalt in die Blutbahn des Hundes entleert. Trägt die Zecke keineKrankheitserreger in sich, besteht die Bekämpfung aus einem einfachen Entfernen der Zecke und Desinfizieren der Einstichstelle. Da wir der zecke aber nicht ansehen, ob diese "harmlos" ist oder nicht, sollten wir die entfernte und zerdrückte Zecke im Idealfall zum Tierarzt mitbringen und auf Krankheitserreger untersuchen lassen. Zeigt unser Hund bereits Symptome, kann ein Antikörpertest Aufschluss über mögliche Erkrankungen geben, nicht immer werden jedoch Antikörper gebildet. Je nach Erkrankung folgt eine Therapie, meist mit Antibiotika.
Stechmücken und Sandmücken
Stechmücken klingen harmlos und sind es meist auch – zwar sind die Plagegeister an lauen Sommerabenden nervtötend, allerdings schwillt der Stich leicht an, sorgt für einen Juckreiz und einige Tage später ist die Sache schon wieder vergessen. Ähnlich beim Hund: Eine Stechmücke ist meist harmlos, trägt sie keine Erreger in sich. In südlichen Ländern können Stechmücken Würmer übertragen, diese können aber in der Regel einfach mit einem Wurmmittel behandelt werden. Symptomen wie blassen Schleimhäuten, Erbrechen, Abgeschlagenheit, chronischem Husten und Leber-, Nieren und Herzinsuffizienz deuten auf den weniger harmlosen Herzbandwurm hin, in diesem Fall sollte der Hund unbedingt zum Tierarzt.
Anders bei den Sandmücken, die an windstillen und warmen Sommernächten und hauptsächlich im Landesinneren in südlichen Ländern ihr Unwesen treiben: Diese können die unheilbare Krankheit Leishmaniose übertragen. Nach dem Einstich bilden sich rosafarbene Knötchen an der Einstichstelle, zudem können Symptome wie Abgeschlagenheit, geschwollene Lymphgefäße, Hautentzündungen um Augen, Nase und Ohren, Gewichtsverlust, Muskelschwäche und Blutarmut auftreten.
Vorbeugung
Wie auch beim Menschen gibt es kaum eine Vorbeugung gegen Mückenstiche. Da der "Befall" meiste nur wenige Sekunden dauert, können wir das Tier nicht in Ruhe absuchen und die Parasiten entfernen. Ätherische Öle wie beispielsweise Lavendelöl, Salbeiöl oder Zitronenöl können Mücken vom Hund fernhalten, garantieren aber keinen Schutz. Andernfalls helfen engmaschige Mückennetze, die parasiten gar nicht erst an unser Tier heran zu lassen.
Gegen Leishmaniose gibt es Impfungen, die zwar auch keine vollständige Sicherheit bieten, aber eine gute Basis für den Schutz des Tieres sind. In Kombination mit Spo-Ons gegen Mückenstiche kann eine recht gute Vorbeugung erzielt werden.
Symptome und Identifizierung
Mückenstiche selbst sind ungefährlich, solange keine Krankheiten oder Würmer übertragen werden. Die Symptome sind ähnlich wie beim Menschen ein Jucken und Kratzen der Einstichstelle, kühlende Gels können helfen, die Haut zu beruhigen.
Bekämpfung
Treten Symptome auf, sollten wir umgehend den Tierarzt aufsuchen, insbesondere bei Verdacht auf Leishmaniose. Dieser behandelt das Tier anschließend mit Wurmmitteln beziehungsweise mit einer entsprechenden Therapie gegen Leishmaniose.
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